Orbea mit DJI Avinox und TQ: Die Zukunft der E-Bik...
Orbea Rallon RS vs. Wild LT: Zukunft der E-Bikes kennt keine Newtonmeter
Mit dem Rallon RS und dem Wild LT RS verfolgt Orbea zwei gegensätzliche E-MTB-Konzepte. Während das Rallon die Fahrerleistung möglichst unauffällig unterstützt, stellt das Wild massive Leistung für Uphills bereit.
Gemeinsam ist beiden jedoch die Idee, Motor, Akku, Bedienelemente und weitere elektronische Komponenten als abgestimmtes Gesamtsystem zu entwickeln – Ein Konzept, das sich in Zukunft durchsetzt?
Inhalt:
1. Die Konzepte im Vergleich
2. Rallon RS: Enduro auf Abfahrt, XC bergauf
3. Vernetzung mit konkreten Funktionen
4. Wild LT: Brachiale Leistung gezielt abgestimmt
5. Zentrale Energieversorgung, unterschiedlich tiefe Vernetzung
6. Welches Bike passt zu wem?
7. Fazit
Orbea Wild vs. Rallon: Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Rallon RS-LTD: TQ HPR40 mit 40 Nm und bis zu 200 Watt, 290-Wh-Akku und optionalem 160-Wh-Range-Extender. Der Motor soll die Eigenleistung ergänzen, nicht dominieren.
- Wild LT M-LTD RS: Avinox M2S mit bis zu 130 Nm und 750 Watt in den vier regulären RS-Modi; Superboost stellt zeitweise bis zu 150 Nm und 1.300 Watt bereit.
- Eigene Abstimmung: Orbea passt beide Motoren per RS Tune an den jeweiligen Einsatzzweck an.
- Integration: Beide Bikes nutzen eine CAN-Bus-Architektur und versorgen zentrale elektronische Komponenten aus dem Hauptakku.
- Der größte Unterschied: Beim Rallon werden Daten verschiedener Komponenten bereits für automatische Funktionen genutzt. Beim Wild stehen derzeit vor allem Motorabstimmung, gemeinsame Bedienung und Stromversorgung im Vordergrund.
Die Konzepte im Vergleich
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Rallon RS-LTD |
Wild LT M-LTD RS |
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Charakter |
leicht unterstütztes Enduro |
Full-Power-E-Enduro |
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Motor |
TQ HPR40, Orbea RS Tune |
Avinox M2S, Orbea RS Tune |
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Drehmoment |
40 Nm |
130 Nm regulär, 150 Nm Superboost |
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Maximale Motorleistung |
bis 200 W |
bis 750 W regulär, 1.300 W Superboost |
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Akku |
290 Wh; 160 Wh Extender optional |
600 oder 800 Wh |
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Federweg |
180 mm vorn, 170 mm hinten |
170 mm vorn und hinten; 180-mm-Gabel optional |
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Smart-Komponenten |
MC10-RS-Dropper, XTR Di2, FOX X2 Live Valve Neo beim LTD |
MC10-RS-Dropper; FOX eNeo für M-Team RS und M-LTD RS optional |
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Einsatz |
sportlich selbst erarbeitete Uphills, Enduro und anspruchsvolle Abfahrten |
technische Uphills, viele Höhenmeter und lange E-Enduro-Tage |
Die Wattangaben sind Maximalwerte der Unterstützung, nicht die Nenndauerleistung. Für den europäischen Pedelec-Betrieb gibt Avinox eine Nenndauerleistung von 250 Watt an.
Rallon RS: Enduro auf Abfahrt, XC bergauf
Im Rallon RS arbeitet der ursprünglich für den Straßeneinsatz entwickelte TQ HPR40 mit einer eigenen Trail-Abstimmung. Er liefert 40 Nm und maximal 200 Watt. Orbea nennt die Charakteristik „Elastic Assistance“: Der Motor soll nie mehr Leistung beisteuern, als der Fahrer selbst einbringt.
YouTube: Orbea | Meet the new Orbea Rallon RS: Instinct, Engineered
Neben den Modi Range und Rally lässt sich Ultra aktivieren. Anders als der Name vermuten lässt, ist Ultra kein Boost-Modus, sondern die sparsamste und zurückhaltendste Abstimmung. Sie soll vor allem Rollwiderstand und Mehrgewicht des Enduros kompensieren.Auf Transfers und normalen Enduro-Anstiegen ist die Unterstützung deutlich spürbar, bei extrem steilen technischen Passagen bleiben die Reserven begrenzt.
Der fest integrierte Akku bietet 290 Wh, der optionale Range-Extender weitere 160 Wh. Beim Gewicht sind die Herstellerangaben nicht ganz konsistent: Orbea nennt für den Akku rund 1,3 kg, TQ spezifiziert seinen 290-Wh-Akku mit 1.460 Gramm, ENDURO ermittelte 1.446 Gramm. Für das komplette Rallon RS nennt Orbea rund 1,3 kg Mehrgewicht gegenüber einem vergleichbaren analogen Rallon. Im unabhängigen Vergleich von ENDURO betrug die Differenz zwischen zwei ähnlich ausgestatteten Bikes gut 1,2 kg.
Orbea bezeichnet die tief und zentral platzierte Zusatzmasse als „Active Weight“. Sie soll Schwerpunkt, Traktion und Fahrwerksarbeit verbessern. Plausibel ist vor allem der Vorteil der tiefen Massenposition.
Vernetzung mit konkreten Funktionen
Die Besonderheit des Rallon liegt weniger im kleinen Motor als in der Elektronik. Motor, XTR-Di2-Schaltung, MC10-RS-Dropper, FOX X2 Live Valve Neo und Bedienelemente sind über das RS Control System verbunden und werden aus dem Hauptakku versorgt. Eine Energiereserve hält Schaltung und Dropper funktionsfähig, wenn der für den Motor verfügbare Akkustand erschöpft ist. Der Dämpfer wechselt bei sehr niedriger Akkuladung in die offene Stellung.
Der CAN-Bus transportiert nicht nur Befehle, sondern auch Zustandsdaten. Der Dämpfer kann zusätzlich zu seiner FOX-Sensorik Informationen über Geschwindigkeit, Gang, Motor und Dropperposition berücksichtigen. Erkennt der Time-of-Flight-Sensor eine abgesenkte Sattelstütze, kann das System den Dämpfer für die Abfahrt offen halten. Im Descent Mode werden Neigungs- und Dropperdaten an den Motor weitergegeben, der daraufhin die Unterstützung bergab reduziert.
Das ist mehr als eine gemeinsame Fernbedienung: Informationen einer Komponente verändern das Verhalten einer anderen.
Wild LT: Brachiale Leistung gezielt abgestimmt
Das Wild LT ist ein Full-Power-E-Enduro mit 170 mm Federweg vorn und hinten, freigegeben für eine 180 mm Federgabel. Sein Avinox M2S liefert in vier regulären RS-Modi bis zu 130 Nm und 750 Watt. Superboost stellt für einen programmierbaren Zeitraum bis zu 150 Nm und 1.300 Watt bereit.
YouTube: Orbea | Meet the new Orbea Wild LT: The Yes Machine
Der häufig genannte Plattformwert von 1.500 Watt braucht eine Einschränkung: Avinox erreicht ihn laut eigener Spezifikation nur in Kombination mit bestimmten Akkus, etwa FP700 oder RS800. Mit den integrierten FS600- und FS800-Akkus nennt Avinox maximal 1.300 Watt. Die Differenz lässt sich daher nicht allein als freiwillige Software-Drosselung durch Orbea deuten; sie hängt auch von der System- und Akkukonfiguration ab.
Wichtiger als die Spitzenleistung ist Orbeas Abstimmung des Ansprechverhaltens. Gegenüber einem Standard-M2S nennt der Hersteller fünfmal weniger notwendige Pedalbewegung bis zum Einsetzen der Unterstützung, eine doppelte Sensitivität gegenüber Pedalkraft und eine dreifache Sensitivität gegenüber Pedalgeschwindigkeit. Öffentliche Messprotokolle mit absoluten Ausgangswerten gibt es dazu nicht, die Faktoren sind daher als Herstellerangaben zu kennzeichnen.
Auf technischen Anstiegen ist die Idee dennoch schlüssig. Beim „Pedal Ratcheting“ bewegt der Fahrer die Kurbel nur wenige Grad vor und zurück, weil eine volle Umdrehung an Felsen oder Stufen nicht möglich ist. Reagiert der Motor schon auf diesen kurzen Impuls, kann seine Leistung früher und kontrollierter anliegen. Über Fine Tune lassen sich die Unterstützungsstufen während der Fahrt nachjustieren; Superboost wird ebenfalls über den RS-HMI-Controller aktiviert.
Orbea verspricht durch die gezieltere Leistungsabgabe etwa 10 bis 15 Prozent mehr Reichweite. Auch das ist eine Herstellerangabe, keine allgemeingültige Prognose.
Zentrale Energieversorgung, unterschiedlich tiefe Vernetzung
Auch das Wild LT RS verbindet seine zentralen elektronischen Komponenten über CAN-Bus. Die MC10-RS-Dropper und der optionale FOX-eNeo-Dämpfer werden aus dem Hauptakku versorgt und über das RS-HMI bedient.
Bei den von BikeRadar und E-MOUNTAINBIKE getesteten M-LTD-RS-Bikes wurde auch das XX-Eagle-AXS-Schaltwerk aus dem Avinox-Hauptakku versorgt; ein separater AXS-Schaltwerksakku entfiel. Kleine Batterien blieben unter anderem im AXS Pod und – beim entsprechend ausgestatteten Testbike – in den FOX-NEO-Sensoren erhalten.
Die MC10-RS nutzt ebenfalls einen Time-of-Flight-Sensor und bietet Funktionen wie Partial Drop und Ready-to-Drop. Beim FOX eNeo werden die Fahrwerksmodi am Lenker gewählt, während die Konfiguration weiterhin über die FOX-App erfolgt.
Welches Bike passt zu wem?
Das Rallon RS richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die bergab ein vollwertiges Enduro suchen, bergauf aber weiterhin sportlich arbeiten möchten. Es ist kein schwaches Full-Power-Bike, sondern ein Enduro, bei dem der Motor bewusst eine Nebenrolle spielt.
Das Wild LT RS passt besser zu technischen Uphills, vielen Höhenmetern und langen E-Enduro-Tagen. Sein Reiz liegt nicht nur in 150 Nm Superboost, sondern in dem Versuch, hohe Leistung schon bei kleinen Pedalbewegungen kontrollierbar verfügbar zu machen.
Fazit
Rallon RS und Wild LT RS könnten bei Motor und Akku kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem folgen sie derselben Entwicklungsrichtung: Der Antrieb wird nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam mit Akku, Fahrwerk, Dropper, Schaltung, Sensoren und Bedienelementen abgestimmt.
Das Rallon zeigt, wie weit komponentenübergreifender Datenaustausch bereits gehen kann. Das Wild demonstriert, wie sich ein starker Full-Power-Antrieb über Software, Bedienung und Systemintegration auf technische Uphills zuschneiden lässt. Entscheidend ist damit nicht nur, welcher Motor im Bike steckt, sondern wie gut das gesamte Bike mit ihm zusammenarbeitet.
Quellen
- Orbea: Rallon RS
- Orbea: Wild LT
- TQ: E-Bike-System und Akkus
- Avinox: M2S-Spezifikationen
- Avinox: M2S und Akkus
- ENDURO: Orbea Rallon RS im Test
- ENDURO: Orbea Wild LT im Test
- ISO 11898-1:2024 zu CAN
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Das sind wir!
Wir sind das Bike House Plauen Blog Team und kommen aus dem Vogtland. Wir sind ein Team von Enthusiasten, die das Fahrrad leben. Wir sind auf dem Bike großgeworden, fahren und testen alle Bikes im perfekten Terrain vor unserer Haustür, überqueren Alpen, shredden im Bikepark und haben Europa auf dem Bike durchfahren.

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