Über mich...
Meine Name ist Mike Hartenstein. Im Rahmen meiner Ausbildung im Bike-House Plauen, habe ich diese Ausarbeitung zum Thema Fahrrad-Technik geschrieben.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen der Seiten. Das Copyright liegt bei der Firma Bike-House in Plauen!

2.Antrieb

Jedes Fahrrad besitzt einen Antrieb; wenn es Anfangs die Füße waren, sind es heute komplizierte Antriebsysteme. Fangen wir mit einem der wichtigsten Teile des Antriebs an, der Kette. Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung oder Rücktrittbremse halten die Ketten sehr lange, besonders dann, wenn man einen vollständig geschlossenen Kettenkasten besitzt. Trotzdem muss man diese Ketten auch pflegen, dass heißt, dass man ab und zu die Kette ölen und die Kettenspannung kontrollieren sollte. Bei Rädern mit Kettenschaltung ist die Kette ein Verschleißteil, denn je nach Belastung und Pflege muss die Kette etwa alle 1000 km gewechselt werden. Wenn dies nicht geschieht, kann es passieren, dass sich die Zähne der hinteren Kassette abnutzen und es zu mehr als doppelt so hohen Kosten kommt, als wenn man die Kette rechtzeitig wechselt. Der Verschleiß einer Kette darf höchstens 0,075 – 0,1 mm betragen. Ob eine Kette abgenutzt ist, kann man im Fahrradfachhandel mit einer Schablone feststellen oder zu Hause nachmessen. Natürlich ist es auch kein Problem, die Kette alle 1000km vorsorglich zu Hause auszuwechseln.

Hier der Aufbau einer üblichen Fahrradkette:



Bild 1.1 Kette

Die Gangschaltung dient zum ändern der Übersetzungsverhältnisse. Dadurch können Geschwindigkeit und Tretkraft dem Gelände besser angepasst werden. Das erhöht die Kondition und den Fahrspaß in verschiedenen Situationen, z.B. an einem starken Anstieg im Gelände oder einer nicht so steilen Abfahrt auf der Straße.

Es gibt verschieden Arten von Gangschaltungen:

2.1 Nabelschaltung:

Die ganze Technik ist gut "versteckt" untergebracht und auch wartungsarm. Der Antrieb erfolgt meistens durch eine Kette, ab und an auch durch einen Zahnriemen. Leider hat die ganze Sache einen Haken: die Tretleistung wird schlecht umgesetzt. Pro Zahnradpaar, das Kräfte überträgt, kann man mit 2 % Verlust rechnen - da kommt bei vielen Gängen einiges zusammen. Bei der 3 - Gangschaltung sind es schon 2 mal 2 % (Vorsicht, Prozente lassen sich so nicht addieren) plus Kettenverlust (auch 2%) macht in etwa 6 %. Bei 5, 7 oder gar 12 Gängen könnten wir schnell bei 15 % ankommen (die genaue Zahl der im Eingriff befindlichen Zahnräder ist uns nicht bekannt); und diese (vielleicht) 15 % kommen ausgerechnet dann zum Tragen, wenn's schwer wird, z.B. bergauf.

2.2Rohloff:

Die Rohloff ist eine Hochleistungsgetriebenabe die, die Vorteile der Ketten und die der Nabenschaltung verbindet. Sie wurde ursprünglich für den extrem harten Wettkampfeinsatz von Bernd Rohloff konstruiert. Mittlerweile gilt Bernd Rohloff als Fahrradantriebsspezialist, der viel Erfahrung mit Hi-Tech bündelt. Seine Getriebenabe ist sogar für den Tandemeinsatz freigegeben und ist eine der am wenigsten wartungs- und reparaturbedürftigen Schaltungen überhaupt.

Bild 1.2 Rohloffgetriebe

2.3 Kettenschaltung:

Bei der Kettenschaltung liegt alles an der frischen Luft und ist jeglicher Verschmutzung ausgesetzt. Kettenschaltungen sind wartungsintensiv! Gänge, die allerdings nicht alle sinnvoll zu schalten sind, gibt's genug, heute bis 24 (oder mehr): vorne 3 Kettenblätter, hinten 8. Geschaltet wird mechanisch durch mehr oder weniger starkes Umlenken der Kette. Schalten will gelernt sein, nur so kommen die Vorteile dieser Schaltung zum Vorschein: eine sehr feine Abstufung über einen großen Bereich. Der Wirkungsgrad einer gut gewarteten Kettenschaltung ist um ein Mehrfaches besser als bei einer Nabenschaltung. Er liegt bei 97% bis 98 %. Diese Art von Schaltung wird heute sehr oft bei Mountenbikes und Rennrädern verwendet, weil sie trotz geringen Gewichtes einen sehr hohen Wirkungsgrad besitzt.

Hier Vorteile und Nachteile dieser Schaltung im Überblick:

Vorteile: • relativ einfacher Aufbau • geringes Gewicht • in gepflegtem Zustand hoher Wirkungsgrad • großer Übersetzungsbereich • besonders in einfacher Ausführung sehr preiswert herzustellen Nachteile: • nur während des Tretens schaltbar • hoher Verschleiß und dadurch kurze Lebensdauer • hoher Wartungsaufwand • schlechter Wirkungsgrad bei Verschmutzung und mangelnder Schmierung • starke Belastung durch Schmutz und Feuchtigkeit • Kette kann bei ungenauer Einstellung relativ leicht abspringen und Stürze verursachen • Kette und Kettenspannrolle liegen besonders bei Geländefahrrädern mit großen Ritzeln sehr tief und sind dadurch gefährdet • Kette ist schlecht abdeckbar • unpräzise Schaltleistung bei geringster Schieflage des Schaltwerkes / Schaltauges